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Solingen ist international bekannt als die "Klingenstadt";
der Städtename ist zugleich geschütztes Markenzeichen
für Qualitätsmesser und solide Scheren.
Die kreisfreie Großstadt mit rund 165.000 Einwohnern liegt
geographisch im Bergischen Land (also keineswegs im Ruhrgebiet),
zählt kulturell noch so eben zum Rheinland und gehört
politisch zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.
weitere Informationen unter: www.solingen.de
Geschichte
von gestern bis heute
Schon
im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit gründete
sich der Ruf der Stadt an der Wupper auf Schwerter und Degenklingen
mit der Herkunftsbezeichnung "Me fecit Solingen". Schmuckdegen
aus den Werkstätten eines Clemens Horn oder Peter Wirsberg
gehörten im 16. Jahrhunderten zu den Staatsgeschenken, die
sich europäische Fürsten verehrten.
Die
Gegenwart ist weniger martialisch - Messer und Gabel haben Schwert
und Säbel den Rang abgelaufen. Unter anderem kommen heute auch
Autofelgen, Fahrzeugzubehör, Maschinenbauprodukte, Kaffemaschinen,
hochwertige Herrenkonfektion, Schirme, Gummibärchen und Pflanzensämereien
aus unserer Stadt.
Die
Solinger Wirtschaftsstruktur hat sich in den letzten Jahrzehnten
gewandelt; die Schneidwarenindustrie hat nicht mehr die Bedeutung
wie noch in den fünfziger Jahren: Aber: Noch sind über
90 Prozent der Unternehmen der Besteckbranche in Solingen ansässig.
Die Stadt ist also nach wie vor die "Klingenstadt" Deutschlands.
Solingen
liegt gemeinsam mit Remscheid und Wuppertal in einer traditionellen
Handwerks- und Industrieregion, einer "Werkstattregion im Grünen",
die fast 700.000 Einwohner repräsentiert: Wuppertal: 380.000,
Solingen: 165.000, Remscheid: 135.000. Die Betriebsstruktur ist
überwiegend mittelständisch, der Ausbildungsgrad der Beschäftigten
hoch. Die zentrale Lage der drei Städte in Deutschland und
in Europa ist wirtschaftlich vielversprechend - zwischen Ruhrgebiet
und Rheinschiene und im europäischen Maßstab im Schnittpunkt
der Wachstumsachsen zwischen Nord und Süd, West und Ost.
Daß
Solingen eine alte Industriestadt ist, fällt im Stadtbild kaum
auf: Die Stadt ist grün, ihr Wohnwert hoch. Ein historisches
Stadtzentrum suchen Besucher allerdings auch vergebens. Solingen
ist vielmehr ein Kaleidoskop vieler kleinstädtischer Siedlungskerne
und ländlicher Hofschaften auf ein paar Höhenzügen,
die entlang der Ausfallstraßen miteinander verwuchsen und
erst 1929 vom preußischen Staat im Zuge einer Kommunalreform
zusammengefaßt wurden. Dazwischen liegen Bachtäler, die
niemals völlig kultiviert wurden und heute als grüne Lungen
das Stadtgebiet gliedern. Im Osten und Süden rahmen die bewaldeten
und zerklüfteten Wupperberge die Stadt ein.
Neben
dem namengebenden Solingen (Stadtrechte seit 1374, Altstadt im Krieg
zerstört) gingen in der Großstadt die vordem selbständigen
Städte Wald, Gräfrath, Ohligs, Höhscheid auf - 1976
kam noch Burg an der Wupper dazu. Doch auch drei Generationen nach
der Städtevereinigung fühlen sich noch immer viele Solingerinnen
und Solinger als "Wauler", "Grewerter" oder
"Hühscheder". So ist Solingen eine "überschaubare
Großstadt" geblieben; vielleicht ein Grund dafür,
daß die Stadt in den Verkehrs- und Kriminalstatistiken immer
wieder als eine der sichersten Großstädte Deutschland
erwähnt wird.
So
ist das in Solingen. Tradition und Moderne liegen miteinander im
Wettstreit. Während in den großen Unternehmen computergesteuerte
Anlagen Hochleistungsklingen erzeugen, behaupten sich in derselben
Stadt in einem 200jährigen Fachwerkhaus an der Wupper die letzten
Solinger Schleifer, die Wasserkraft als Antrieb für Schleifsteine
nutzen.
Wer
durch das Stadtgebiet wandert, gleich welchem Weg er folgt, wird
immer wieder auf Vielgestaltigkeit und "Ungleichzeitigkeit"
stoßen: Stadt und Land (355 km Wanderwege um und durch die
Stadt), Industrie und Wohnen, Gewerbe und Grün, Hi-Tech und
Hucke (altes Fachwerkhaus). Diese Kontraste machen den Charme der
Stadt aus.
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